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Hartz IV muß weg!
Zur Berichterstattung über die Montagsdemonstrationen und Hartz
IV
Kanzler Gerhard Schröder will jetzt Hartz IV mit aller Gewalt gegen
Volksmehrheiten durchpeitschen. Dagegen hilft nur eines: Jeder muß
mit seinen Nachbarn sprechen mit Leuten aus seinem Umfeld, damit sie mitkommen
zu den Montagsdemos. In mehr als hundert Städten in Deutschland gibt
es sie schon. Die Westdeutschen sollten sich das von Ostdeutschland abgucken,
wie man das organisiert. Es ist ganz einfach. Auch kann man seinen SPD-Bundestagsabgeordneten
vor Ort anrufen und ihm sagen, daß man die Hartz-Gesetze grundsätzlich
ablehnt. Jetzt brauchen wir jeden Montag, die Volksabstimmung auf der
Straße. Denn wir sind das Volk und nicht die von allen Realitäten
abgehobene politische Klasse!
Zudem bricht die SPD die Verfassung. Artikel 12 Absatz 1 besagt: "Alle
Deutschen haben das Recht, Beruf, Arbeitsplatz und Ausbildungsstätte
frei zu wählen." Das wird jetzt abgeschafft. Hunderttausende
Menschen treibt Rot-Grün in existentielle Armut. Viele haben nicht
die geringste Chance dort je wieder herauszukommen. Minijobs und 1-Euro-Jobs
können keine menschenwürdige Existenz begründen und zerstören
reguläre Arbeitsplätze. Euroteuro, Arztgebühren und nun
Hartz IV und die Spirale dreht sich immer weiter. Die nächsten Kürzungen
liegen schon in den Schublade, Stichwort Kopfpauschale bei der Krankenversicherung.
Damit muß jetzt Schluß sein!
Die SPD muß den Umsturz in der eigenen Partei wagen. Wir brauchen
einen Solarkanzler, keine Atomkanzlerin. Schröder sollte den Staffelstab
an einen Kanzler Hermann Scheer übergeben. Er hätte das intellektuelle
und sozialpolitische Format eine Wende in der deutschen Sozialdemokratie
einzuleiten. So kann Deutschland sozial aber auch ökologisch einen
neuen Kurs einschlagen, die SPD sich regenerieren und womöglich auch
2006 einen Bundestagswahlkampf gewinnen. Wahrscheinlicher ist wohl, die
SPD wird neben einer neuen Linkspartei mit Lafontaine an der Spitze sowie
der PDS das Projekt 18 erreichen und die CDU ist der lachende Dritte bei
diesem Umbruch im Parteiensystem. Allerdings ist vieles offen, unmöglich
können alle Optionen, wie die Entwicklung bis 2006 weitergeht, abgeschätzt
werden.
Sehr richtig erkannt haben Thierse und Platzeck, es geht nicht nur um
Hartz IV. Besonders im Osten ist das politische System in einer Legitimationskrise.
Das verbindet die Daten 1953, 1989 und 2004. Eine Gesellschaft deren Zentralsteuerung
die Aktienkurse sind, kann politisch nur zeitlich begrenzt überleben.
Die normale Bevölkerung muß sich immer mehr einschränken,
damit die oberen 10.000 in Saus und Braus leben können. Deshalb:
Jeden Montag Volksdemokratie auf der Straße!
Marko Ferst
verschickt an rund 50 Zeitungen
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